Rule Britannia: Die Triumph-Geschichte

Triumph: Die Geschichte beginnt mit Nähmaschinen

Wer bei dem Namen Triumph zunächst einmal an Nähmaschinen denkt, liegt gar nicht so verkehrt: Tatsächlich importierte das 1884 in London von dem Auswanderer Siegfried Bettmann gegründete Unternehmen Triumph Fahrräder und eben Nähmaschinen aus Nürnberg nach England.

Ab 1889 produzierte die Firme in ihrer Fabrik in Coventry eigene Fahrräder, mit dem technologischen Fortschritt begann Bettmann 1902 Motorräder zu fertigen – das erste Modell, mit einem belgischen Minerva-Motor ausgerüstet, wurde später als No. 1 bekannt.

Von 1907 an wurden die Triumph-Bikes mit einem eigenen 450-ccm-Motor ausgestattet.

1937 wurde die erste Entwicklung des neues Chefingenieurs Edward Turner vorgestellt – die Triumph Speed Twin, deren Form sämtliche Triumph-Motorräder für die nächsten 40 Jahre prägen sollte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem deutsche Flugzeuge auch die Fabrik in Coventry zerstörten, nahm Triumph 1946 wieder die zivile Produktion auf – während der Kriegsjahre gingen alle produzierten Motorräder an die britische Armee. Dabei konzentrierte sich das Unternehmen auf drei Modelle: die Tiger 100, die Speed Twin und die Touring 349cc 3T.

Marlon Brando in dem Film „Der Wilde“ (1953) fährt eine 650er Triumph Thunderbird 6T fährt. Auch Steve McQueen („Gesprengte Ketten“, 1960), James Dean und Clint Eastwood werden auf Triumph-Maschinen abgelichtet. Anfang der sechziger Jahre hat es Triumph zum größten Motorradhersteller gebracht.

Bilder:
© Motorradfahrer: Cogent Elliot / EagleRider
© Highway: Jerry Downs / Enterprise Rent-A-Car
© Tunnel: Cogent Elliot / EagleRider

Die Bonneville wird zur Legende

Aus dieser Hochzeit der Triumph-Geschichte stammt auch die Bonneville, das wohl berühmteste Modell von Triumph.

Bereits bei einem Test im Jahr 1955 erreichte ein Prototyp auf dem Bonneville-Salzsee in Utah eine Geschwindigkeit von 345 Stundenkilometern, schneller war zuvor noch kein Motorrad.

1959 kam das erste Modell der Reihe, die Bonneville T120 mit einem 650-ccm-Motor, auf den Markt.

Auch wenn die „Bonnie“-Serienfahrzeuge nicht die Geschwindigkeit der Testmodelle erreichten, galten sie doch als die leistungsstärksten Serienmotorräder ihrer Zeit. 

Erst 1980 wurde die Serie eingemottet, aber im Jahr 2000 wieder neu belebt.

Auch heute bietet Triumph die Bonneville T120 an – jetzt mit 1.200 ccm.

Triumph-Geschichte mit Höhen und Tiefen

Ende der sechziger Jahre begann der Wind sich zu drehen: Mit dem Aufkommen der japanischen Superbikes geriet Triumph in ernste Schwierigkeiten. 1975 gründeten die Mitarbeiter eine Genossenschaft, die weiterhin 750er Bonnevilles und Tiger-Modelle fertigte.

Aber 1983 waren alle Anstrengungen vergebens, die Genossenschaft musste Konkurs anmelden.

Rettung nahte in Form des Unternehmers John Bloor, der die Markenrechte erwarb und 1990 mit Triumph auf den Markt zurückkehrte.

2004 folgte durch die Einführung der Rocket III ein weiteres Superlativ – mit einem Motor von 2,3 Litern Hubraum und 140 PS war sie das weltweit größte Serien-Bike der Welt. Heute ist Triumph wieder dick im Geschäft, der älteste Motorradhersteller der Welt zählt auch zu den führenden. Rule Britannia!

Bilder:
© Triumph Tiger: Nick Dunmur /EagleRider
© Motorradfahrer: EagleRider
© Bonneville: EagleRider

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