Honda Motorrad: Die Geschichte beginnt mit Terpentin

Hondas Motorrad-Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte

1946: Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg lag Japan wirtschaftlich am Boden. Im Honda Technical Research Institute – in Wahrheit eine baufällige Holzbaracke – tüftelte Konstrukteur Soichiro Honda an einem Fahrrad mit Motorantrieb. Das erste Ergebnis: ein noch namenloser Zweitaktmotor mit 0,5 PS, der auch Terpentin als Treibstoff akzeptiert. Mit dem Nachfolger, dem Model A von 1947, wird Honda schon Marktführer. Ein Jahr später gründet Soichiro Honda die nach ihm benannte Honda Motor Co., Ltd.

1949 folgt das erste „echte“ Motorrad, die Dream D. Bereits 1950 stammte jedes zweite Motorrad in Japan aus Hondas Fabrikation. Die Dream E war 1951 der erste Viertakter. Das Modell brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. Sein durchschlagender Erfolg ließ das Unternehmen weiter expandieren.
Der größte Verkaufsschlager aus dem Hause Honda folgte 1958: die C 100 Super Cub (Cheap Urban Bike). Das kleine, anspruchslose Moped lief bis 2014 sage und schreibe 87 Millionen Mal vom Band und ist damit das weltweit meistverkaufte Motorrad aller Zeiten!

Bilder:
© Honda ST 1300; zwei Leute: Eagle Rider
© Cockpit: Cjp24 / Wikimedia Commons / [CC BY-SA 4.0]

Honda: Motorrad-Geschichte mit der CB 750 Four

Zehn Jahre später schrieb Honda erneut Motorrad-Geschichte: Die CB 750 Four war mit ihren 67 PS die erste Vierzylinder-Großserienmaschine der Welt und brachte Honda den Durchbruch auf den umkämpften Märkten Nordamerika und Europa.

Der nächste Paukenschlag ließ nicht lange auf sich warten: 1974 stellte Honda das Reisemotorrad GL 1000 Gold Wing vor, 82 PS stark, mit Vierzylinder-Boxermotor und einer Kardanwelle, die den Antrieb zum Hinterrad übernahm. Komfort wurde bei der Gold Wing immer großgeschrieben, das Nachfolge-Sechszylindermodell GL 1500 war mit Tempomat sowie Radio nebst Kassettenspieler und Rückwärtsgang bestückt, die bis heute gebaute GL 1800 mit Surround-Audio-System und Airbag.

In den Siebzigern nahm Honda sich den Mittelklassemarkt vor: Die CX 500, die legendäre „Güllepumpe“, bot 1978 bei 50 PS einen längs eingebauten Zweizylinder-V-Motor und Vierventiltechnik. Als erstes Serienmotorrad besaß sie zudem schlauchlose Reifen.

Mehr als 700 Grand-Prix-Siege: Honda schreibt Motorrad-Geschichte

1991 starb Soichiro Honda.

Seine Firma hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst von einem abschätzig belächelten „Billigheimer“ zu einem geachteten Produzenten verschiedenster Motorradtypen entwickelt – von der Tourenmaschine über Off-Road-Modelle bis hin zu Superbikes.

Auch im Motorsport hat Honda Motorrad-Geschichte geschrieben – mit über 700 Grand-Prix-Siegen.

Wer sich einmal in der Nähe der japanischen Stadt Motegi (Präfektur Tochigi) aufhält, dem sei ein Besuch des Honda-Museums wärmstens ans Herz gelegt.

Hier werden nicht nur die eigenen Motorräder (und Autos) ausgestellt, sondern auch eine große Anzahl von Liebhaberstücken aus der ganzen Welt – angefangen mit einem originalgetreuen Replikat des 1885 vorgestellten Daimler-Reitwagens.

Bilder:
© CB 750 Four: RhinoKitty / Wikimedia Commons / [CC BY-SA 2.0]
© Lenker: Eva Marie / Shutterstock
© Frau: FXQuadro / Shutterstock

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