Sonnenschutz bei Motorradreisen

Damit die Tour nicht zu einer Tortur für den Fahrer wird, ist es zunächst wichtig, die richtige Motorradkleidung für jene Temperaturen zu wählen und darauf zu achten, dass auch die zu fahrenden Strecken nicht zu weit sind. Während für einen erfahrenen Motorradfahrer unter normalen Umständen gut 400 Kilometer pro Tag keine Hürde darstellen, sollte auf solche Strecken in heißen Gebieten grundsätzlich verzichtet werden. Eine annehmbare Etappe sollte nicht mehr als 250 Kilometer pro Tag betragen – welche zwischendurch durch kleine Trinkpausen im Schatten sehr angenehm gestaltet werden können. In diesen Pausen ist es zudem eine sehr gute Idee, den Sonnenschutz auf freiliegenden Hautpartien zu aktualisieren. Dabei gilt „doppelt hält besser“ und „mehr ist mehr“ – je stärker die Sonnencreme, umso besser. Durch den kühlenden Fahrtwind bemerkt man nicht, dass die Sonne gnadenlos auf die Haut knallt.

Auch wenn die Sonne intensiv scheint, sollte unter keinen Umständen auf die nötige Schutzkleidung verzichtet werden.

Jedoch gibt es ein paar Tricks und Kniffe, durch die die Sonneneinstrahlung noch erträglicher wird. Dazu zählen unter anderem Integralhelme, die über integrierte Sonnenblenden verfügen. Diese können sobald es nötig ist mit einem einfachen Griff gelöst werden.

Durch diese Technologie erübrigt sich eine Sonnenbrille, die im Tunnel oder in sich schlagartig ändernden Lichtverhältnissen umständlich abzusetzen erscheint. Auch, was die Lederbekleidung betrifft, gibt es Unterschiede. Leder, das mit einer neuartigen Technologie behandelt wurde, kann an besonders heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Durch eine spezielle Oberflächenbehandlung des Leders resorbiert schwarze bzw. dunkle Lederbekleidung die Sonne nicht so stark, wie herkömmliches Leder. Inzwischen bieten mehrere Hersteller Produkte mit dem sogenannten Refraction Leder an. Dies ist zwar oft etwas kostenintensiver – viele Fahrer berichten jedoch von einem erfolgreichen Ergebnis und weniger Hitze, welche die Kleidung durchdringt.

Bilder:
© Navi: Pierotreruote / Wikimedia Commons / [CC BY-SA 3.0]
© Gruppe: Scott G Toepfer / Eagle Rider
© Oklahoma: Kansas and Oklahoma Travel and Tourism

Schutz vor Sonne für Mensch und Maschine

Ansonsten gilt für Motorradfahrer: Gerade in den Mittagsstunden sollte nach Möglichkeit das Motorrad stehengelassen werden.

Schwerpunktmäßig sollten die Morgen- und Abendstunden für längere Touren genutzt werden. Bei heißen Temperaturen sollten zudem regelmäßig Pausen eingelegt und besonders viel getrunken werden, um den Körper zu entlasten.

Um dem Motorrad Sonnenschutz zu gewähren, bedarf es – im Vergleich zum Menschen – weniger Mittel.

Grundsätzlich sind die Maschinen so konzipiert und gebaut, dass sie problemlos heißem Wetter standhalten. Wer auf einer luftgekühlten Maschine unterwegs ist, sollte jedoch darauf achten, beispielsweise in Staus lange Standzeiten zu vermeiden, da dem Motor sonst Überhitzung droht.

Im Death Valley in den USA gibt es jedoch eine Beschränkung seitens des Versicherungsschutzes vom Vermieter Eagle Rider: Wird dieses Gebiet zwischen Juni und August befahren, entfällt der Versicherungsschutz komplett. Dies begründet sich durch die heftigen Temperaturschwankungen in der Region.

Nach einer längeren Tour kann das Motorrad mit einer Abdeckplane bedeckt werden – dabei sollte darauf geachtet werden, dass diese UV-beständig ist.

Zudem ist es ratsam, ein wenig abzuwarten, bis Motorrad bzw. Motor abgekühlt sind, damit sich Teile der Abdeckung nicht am heißen Metall festsetzen. Ein weiterer Tipp: Auf Straßen ohne Schatten kann es bei intensiver Sonnenstrahlung schwierig sein, das Navi gut zu erkennen. Ein Sonnenschutz für das Motorrad-Navi kostet nur wenige Euro, hilft im Zweifelsfall aber enorm.

Werden diese Empfehlungen umgesetzt und der gesunde Menschenverstand eingesetzt, steht einer Motorradtour durch heiße und trockene Gebiete nichts mehr im Wege. Wir wünschen viel Spaß!

Bilder:
© Monument Valley: Jim Parkin / Shutterstock
© Death Valley: shipfactory / Shutterstock
© Route 89: Alberto Loyo / Shutterstock

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