Motorradtour im Wilden Westen der USA

Roadtrip durch den „Wilden Westen“ der USA

Nach der Ankunft in Los Angeles am Vortag, stehen wir heute Vormittag bei EagleRider, um unsere Harley´s in Empfang zu nehmen. Nach den Formalitäten sehen wir unsere beiden „E-Glide´s“ zum ersten mal in der kalifornischen Sonne funkeln.

Kurt bekommt eine rote „Limited“, ich werde mit einer schwarzen „Ultra“ die Highways unter die Räder nehmen.

Nach einer kurzen Erklärung, wo vorne und hinten an den Motorrädern ist, geht es los und nach ein paar Hundert Meter sind wir auch schon mitten drin im Straßengewirr von Los Angeles. Jetzt heißt es Nerven bewahren und der freundlichen Stimme im Ohr zu vertrauen. Geplant ist eine Fahrt an den Venice Beach und über Beverly Hills nach Hollywood.

Joshua Trees und Route 66

Um es kurz zu machen – das war keine gute Idee.

Wir standen nur im Stau und es ging nicht voran. Dazu stiegen die Temperaturen auf über 35° C im Schatten. Also bloß raus aus Downtown und ab an die Küste. Auf dem Pacific Coast Highway No1 fuhren wir unserem heutigen Tagesziel, dem Ort Dana Point, entgegen. Warum viele Straßen an dem PCH No1 „Sunset Drive“ oder „Sunset Avenue“ heißen, wurde uns klar, als wir eine glutrote Sonne am Horizont untergehen sahen.
Der erste Tag endete in dem kleinen Restaurant „Rib Joint“, mit den weltbesten Spare Ribs ever. (Tipp: Wer es mag, sollte nach der Homemade Linsensuppe fragen – kriegen eigentlich nur Stammkunden oder sympathische Biker).

Nachdem jeder von uns hervorragend in seinem vier Quadratmeter großen Queen-Bett geschlafen hat, brechen wir zur nächsten Tagesetappe auf. Ziel wird Palm Springs (ca. 220 Kilometer) sein.
Wir nehmen den „Ortega Hwy“ (CA74), der uns vorbei an den Ufern des „Lake Elsinore“ weiter Richtung Nordosten führt.

Tipp: Bikertreff „Hell´s Kitchen“ ein paar Meilen vor dem See.

Im „Mt. San Jacinto State Park“ biegen wir auf den „Banning Idyllwild Panoramic Hwy“ (CA243) ab. Die sehr kurvenreiche Strecke lässt jedes Bikerherz höher schlagen. Am Nachmittag erreichten wir Palm Springs und übernachteten im Hotel ZOSO (bis vor kurzem noch das Hard Rock Hotel).

Am Abend gehen wir ins Restaurant „Pomme Frite“. Der Name führt in die Irre, es ist eines der besten französischen Restaurants in Palm Springs. Meeresfrüchte und belgisches Bier stehen auf der Menükarte. Kurt wird sich die nächste halbe Stunde nur den hervorragenden Muscheln widmen.

Die nächsten zwei Tagesetappen führen uns durch den „Joshua Tree-Nationalpark“ über Twentynine Palms und Amboy nach Needles (ca. 325 Kilometer). Unsere Übernachtung in Twentynine Palms endete in einer Bar mit dem schlechtesten Bier aller Zeiten. Ich warne hier ausdrücklich davor, sogenanntes „Root“ Bier zu bestellen – ungenießbar!

Wir haben uns im Visitor Center des Joshua Tree-Nationalparks einen Annual Pass (Jahrespass) gekauft. Dieser berechtigt zum freien Eintritt in alle Nationalparks der USA. Kostet normalerweise 80 $ pro Person. Aber die sehr nette Mitarbeiterin im Visitor Center fand wohl uns und die Harleys „very nice“. Denn sie meinte, die 80 $ gelten pro Fahrzeug inklusive Fahrer und eine Begleitperson. Bei uns machte sie also eine Ausnahme und trägt Kurt und mich auf dem Pass ein. So sind wir durch alle Nationalparks für 40$ pro Person gefahren. Bei 15$-25$ pro Nationalpark lohnt sich das auf jeden Fall. Noch ein kleiner Hinweis: Das Monument Valley ist Indianerreservat und zählt nicht zu den Nationalparks der USA.

Nach unserer Übernachtung in Needles nehmen wir die nächste Etappe unter die Räder. Heute geht es auf die Route 66 über Oatman, Kingman, Seligman nach Williams (ca. 310 Kilometer).
Von Needles aus fahren wir über den Colorado River ein Stück Richtung Norden um den Goose Lake herum. Dann nehmen wir den Oatman-Topock Hwy (CA10) und erreichen bald die kleine Westernstadt Oatman.

Unbestritten sind hier die Stars die frei herumlaufenden Esel. Ursprünglich als Lastenesel eingesetzte Tiere, die man ihrem Schicksal überlassen hatte und frei ließ, als die Minen geschlossen wurden und man sie nicht mehr brauchte. Weitere Highlights der Etappe sind der General Store in Hackberry und „Angel Delgadillo´s Barbarshop“ in Seligman. Angel D. (92) ist das Herz der Route66 und kämpfte jahrelang für die Anerkennung als Historic Route. Ohne ihn gäbe es viele Teilstücke der legendären Route 66 nicht mehr (Tipp: Thüringer Bratwürstchen mit Sauerkraut und Püree in Lilo´s Cafe in Seligman ).

Orte wie Williams leben von der Sehnsucht, auf der Route 66 das ursprüngliche Amerika zu finden.
So wie es mal war und nicht die Showkulissen wie z.B. in Las Vegas. In „Rod’s Steak House“ gönnen wir uns ein mächtiges 16 oz New Yorker Porter House Steak (1oz = 28g) mit Sättigungsbeilage. Danach lassen wir uns in der sternenklaren Nacht noch auf ein Budweiser im „Cruiser’s Route 66 Cafe“ nieder. Als dann noch der Countrysänger John Carpino auf die kleine Bühne kommt und den Eagles Song „Hotel California“ zum Besten gibt, sucht man nach Worten und findet keine – einfach unbeschreiblich!

Am nächsten Tag steht der Besuch des Grand Canyon-Nationalparks auf dem Programm. Wir beschließen, unseren Harley´s einen Ruhetag zu gönnen und fahren mit der Grand Canyon Railroad. Dieser Zug bringt einen in ca. zwei Stunden an den Rand des Canyon´s. Dort kann man mit kostenlosen Busshuttles von einem Vista Point zum Nächsten fahren.

Monument Valley und Las Vegas

Vor der Fahrt gab es noch eine kleine Westernshow mit Banditen und Sheriff.

Genau diese Banditen haben dann auf der Rückfahrt den Zug auf freier Strecke angehalten und ausgeraubt. Naja beinahe, denn der Sheriff war ja nicht weit und hat die Revolverhelden in die Flucht geschlagen.
Am nächsten Tag satteln wir früh unsere Mopeds, denn eine längere Fahrt bringt uns heute ins Monument Valley. Schon lange bevor wir den National Park erreichen, sehen wir diese monumentalen Tafelberge, in der nicht minder grandiosen Landschaft. Man hat das Gefühl, in der Ferne John Wayne lang reiten zu sehen. Ich glaube alle jemals gedrehten Western sind vor dieser surrealen Kulisse entstanden. Nach Übernachtungen in Kayenta (ca. 300 Kilometer) und Blanding (ca. 165 Kilometer), geht es weiter auf der Utah State Route 95 und der 276 zum Lake Powell.
Ziel am Abend wird Torrey sein (ca. 340 Kilometer). Aber erst warten wir in Halls Crossing auf die Fähre über den Lake Powell. Diese Seefahrt mit der Fähre über den riesigen Stausee (ca. 40 Minuten) lohnt sich in jedem Fall. Auf der anderen Seite, in der Bullfrog Marina, gibt es ein schönes Restaurant (Anasazi) mit Seeblick auf der Terrasse.

Torrey ist der nördlichste Punkt unserer Reise, von nun an geht es wieder Richtung Südwesten, dem Pazifik entgegen. Aber erst mal genießen wir den unvergleichlichen Ausblick entlang der „Scenic Route 12“. Diese Traumstraße schlängelt sich oberhalb eines Bergkamms entlang. Links und rechts geht es steil herunter mit Panoramablick bis zum Horizont.

Nicht umsonst zählt dieser Highway zu einer der schönsten Straßen der USA.

Über Boulder und Escalante erreichen wir unser Tagesziel – den Bryce Canyon-Nationalpark (ca. 180 Kilometer).

Am folgenden Tag geht es weiter durch den nächsten Nationalpark – dem Zion-Nationalpark. Auch wieder eine ganz andere Landschaft, so wie wir es die ganze Zeit unserer Reise erleben. Jeden Tag wechselt die Flora und Fauna. Mal sind wir in heißer, karger Sandwüste, dann wieder in hügeliger und bewaldeter Landschaft unterwegs. Teilweise merken wir erst anhand von Hinweistafeln am Wegesrand, dass wir uns auf über zweitausend Meter Höhe bewegen. Gut, dass wir uns warme Pullis in Palm Springs gekauft hatten. Die nette Verkäuferin hatte ein bisschen ungläubig geschaut, angesichts der dortigen Temperaturen von 39° C im Schatten.

Am Nachmittag erreichen wir unsere Tagesetappe – das „Vigin River Casino Hotel“ in Mesquite (ca. 260 Kilometer). Dieses sehr gute Hotel war mit 30 $ für das Doppelzimmer mit zwei riesigen Queenbetten das mit Abstand günstigste auf unserer Reise. Grund ist natürlich, dass man sein Geld im weitläufigen Casino verzocken soll. Selbst ein Budweiser kostete hier nur 3 $ – wir haben auch schon mal 7 $ für eine Dose Bier hinlegen dürfen. Nach einem längeren Aufenthalt in der Casinobar machen wir uns am nächsten Morgen, etwas später als geplant, auf den Weg nach Las Vegas.

Es sind heute aber auch nur 180 Kilometer und so gönnen wir uns ein ausgiebiges Breakfast mit einem Liter Kaffee für jeden von uns zum Wachwerden. Wir nehmen natürlich nicht den direkten Weg nach Las Vegas, sondern machen einen Abstecher durch das Valley of Fire. Die Straße ist kurvig und in einem hervorragenden Zustand. Sie lässt so jedes Bikerherz höher schlagen. Ok – das Speed Limit-Schild am Straßenrand mahnt zur Mäßigung am Gasgriff, aber dieses gelingt uns nur bedingt. Wenn uns jetzt ein Cop mit seiner Laserpistole ins Visier nimmt, haben wir eben verloren.
Wie sagte schon Marc Terenzi: „Die Regeln sind die Regeln und die Regeln müssen eingehalten werden“. Am frühen Nachmittag fahren wir über den „Strip“ und erreichen unser Hotel – das „Flamingo Las Vegas“. Es war das teuerste und gleichzeitig das schlechteste Hotel der ganzen Tour.

Ich war vor zwanzig Jahren das erste mal im Selbigen, da hieß es noch Flamingo Hilton und damals war es DAS Hotel am Strip. Seitdem ist in diesem Hotel die Zeit stehen geblieben. Die Abzocke schlechthin war, dass uns ein Upgrade für 30 $ gleich beim Check In für ein besseres Zimmer angeboten wurde. Denn unseres war ein mit Sperrmüll dekoriertes Loch. Beim Öffnen der Tür fiel uns das Türschloss entgegen. WLAN kostete 15 $ am Tag extra, der Pool war eher ein Freibad mit externen Badegästen. Also bitte meiden!

Vom Death Valley zum Pacific Coast Hwy No. 1

In Las Vegas sind wir drei Nächte geblieben (dann reicht es auch).

Tagsüber haben wir Ausflüge zum Hoover Dam und in die Red Rocks unternommen. Nach dem schönen Scenic Drive durch die Red Rocks fahren wir auf dem Hwy 159 Richtung Süden. Nach ein paar Meilen kommt man an der „Bonnie Springs Ranch“ vorbei. Eine Old Town mit ein paar Gebäuden, Tiergehegen und einem urigen Restaurant. (Tipp: Handmade Pulled Pork Burger).

Der nächste Tag wird eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Heute fahren wir durch das berühmt berüchtigte Death Valley. Unser Tagesziel wird Ridgecrest (ca. 480 Kilometer) sein.

Um nicht der Mittagshitze ausgesetzt zu sein, starten wir also unsere Harleys um 6 Uhr in der Früh und fahren auf der Nevada State Rd 160 in Richtung Pahrump. Dort wird noch mal vollgetankt und ausreichend Wasser gebunkert. Nach 6 Kilometern biegen wir ab auf die „Bell Vista Avenue“ und hinein ins Death Valley. Die Luftschichten, die wir durchfahren, haben spürbare Temperaturunterschiede. An einigen Abschnitten ist es so, als wenn dir jemand eine Heißluftpistole vor das Gesicht hält. Davor hat sogar unsere 50er Sonnencreme kapituliert. Einen fantastischen Ausblick über das Tal hat man bei „Dantes View“ oder am „Badwater Overlook“. Dort sind wir am tiefsten Punkt der USA (87m u.N.) und gleichzeitig steigt unsere Temperaturanzeige, auf rekordverdächtige 110 Fahrenheit (43,3° C). Also rauf aufs Moped und bloß weg von diesem unwirklichen Ort.

Auf der Fahrt zu unserem nächsten Tagesziel Porterville (ca. 240 Kilometer), kommen wir vorbei am Lake Isabella und cruisen entlang dem malerischen Kern River. Ein weiteres Highlight unserer Tour war der Sequoia-Nationalpark mit seinen riesigen Bäumen.

Über Fresno (ca. 240 Kilometer) sind wir auf der State Route 49 nach Sonora (ca. 200 Kilometer) gefahren. Hier war sprichwörtlich der Weg das Ziel. Denn die SR 49 wird auch „Golden Chain Highway“ genannt, weil sie die im Goldrausch um 1849 entstandenen Goldgräberstädte verbindet. Diese ehemaligen Goldgräberstädte wie Oakhurst oder Mariposa bezaubern durch ihre gut erhaltenen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Touristisch interessant sind auch die Goldmuseen oder ehemalige Goldminen.

Nach unserer Übernachtung im „Sonora Inn“, einem Hotel gebaut um 1896 und im mexikanischen Flair der 20er Jahre eingerichtet, fahren wir am nächsten Tag weiter auf der SR49. Unser Weg führt uns heute über Sacramento bis nach Woodland (ca. 215 Kilometer).

In Sacramento besuchten wir das „California Automobile Museum“ und die Historic Old Town.
Was günstigerweise nur wenige Minuten auseinander liegt. (Tipp: Backfisch im „Railroad Fish & Chips“. Mehr eine Fischbude als Restaurant, aber der Backfisch oder die Clam Chowder (Muschelsuppe) ist ein Gedicht).

Heute geht’s an den Pazifik nach Fort Bragg (ca. 250 Kilometer). Unsere Route führt uns über die State Route 16, um in Wilbur Springs auf die SR 20 abzubiegen. Nach ca. 35 Kilometern erreichen wir den großen Clear Lake.

Auf der Fahrt entlang der Uferstraße haben wir fast das Gefühl, am italienischen Gardasee zu sein, so mediterran sind die Villen mit ihren hohen Zypressen.

In Willits biegen wir auf die Fort Bragg Rt ab und werden die nächsten 50 Kilometer bis Fort Bragg auf der sehr kurvenreichen Strecke unseren Spaß haben. Unsere Unterkunft – die „Surf & Sand Lodge“ in Fort Bragg – war wieder ein Volltreffer. Unser Zimmer hatte eine kleine Terrasse, von der man über ein paar Stufen direkt an die Steilküste gehen konnte.

Am nächsten Tag hängt der graue Himmel voller Geigen. Leichter Nieselregen drückt auf die sowieso schon etwas angeschlagene Stimmung. Denn bis San Francisco sind es nur noch gut 290 Kilometer und somit fahren wir unaufhaltsam dem Ende unserer Reise entgegen. Unsere Fahrt auf dem „Pacific Coast Highway No1“ haben wir uns auch etwas anders vorgestellt, denn bei dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 10 Metern fahren wir auf der viel befahrenden Küstenstraße vorsichtshalber mit eingeschaltetem Warnblinklicht. Von wegen „It never rains in southern California“. Aber zum Glück hatte der Himmel ein Einsehen und wir konnten nach wenigen Kilometern die Regenjacken wieder verstauen. Als dann die kalifornische Sonne durch die Wolkendecke blinzelte, war die Welt wieder in Ordnung.

Nach ca. 170 Kilometern erreichen wir unser Etappenziel – die Bodega Bay. Wer den Film „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock kennt, der sieht die Szene mit Tippi Hedren, als sie mit dem kleinen Boot über die Bucht fährt und von einem Raben angegriffen wird, förmlich vor sich. Auch die Schule, in der Kinder von einer Vogelschar angegriffen werden, existiert noch. Im kleinen Fischerhafen haben wir köstliche gegrillte Austern gegessen, aber das ist ein Geheimtipp und soll auch so bleiben (Hinweis: nach einem Angelgeschäft Ausschau halten).

Bei Stinson Beach verlassen wir den Hwy No1 und nehmen den Panoramic Hwy. Hier geht es über die kurvenreiche Straße hinein in den Muir Woods-Nationalpark. Ebenfalls ein Gebiet mit großen Mammutbäumen. Nach 25 Kilometern erreichen wir Sausalito. In den 60er-Jahren lebten hier die Hippies auf Hausbooten und die Flower Power Legende von San Francisco nahm hier ihren Anfang.

(Tipp: Vom kostenlosen Parkplatz der US Coast Guard Station, an der Sommerville Rd, hat man einen herrlichen Ausblick auf die Golden Gate Bridge.)

Letzte Etappe nach San Francisco

Von diesem Parkplatz fahren wir nun in wenigen Minuten auf bzw. über die 1936 eröffnete Golden Gate Bridge.

Ein immer wieder unbeschreibliches Erlebnis, wenn man über diese riesige Brücke fährt und in der Ferne die Skyline der Stadt sieht. Drei Spuren in jede Richtung haben bei uns ja noch nicht einmal viele Autobahnen.

In San Francisco schlagen wir unser Domizil im „Columbus Motor Inn“ auf. Die Zimmer sind schlicht und Breakfast gibt es auch nicht. Aber entscheidend war die Lage, denn Fisherman´s Wharf, Lombard Street und Cable Car Station liegen quasi vor der Haustür. Auch der Parkplatz in der Tiefgarage war inklusiv, nicht unerheblich, denn so ein Einstellplatz kann in SF schon mal 50-80 $ die Nacht kosten. Da wir am Freitag angekommen sind und unsere Motorräder erst am Sonntag abgeben mussten, machen wir noch ausgiebige Tagestouren rund um die Bay Area.

RoadTipp: Über die Golden Gate Bridge fahren und gleich die erste Ausfahrt nehmen. Unter dem Highway hindurch auf die andere Seite und dann die Conzelman Road hoch, am Ende die kleine Bergstraße runter (18% Gefälle!). Es erwarten einen mehrere atemberaubende Ausblicke bzw. Vista Points.

Danach unbedingt über die Bunker Rd wieder zurückfahren. Auf der Conzelman Rd fahren die meisten Touristen wieder zurück. Dann hat man stop & go-Verkehr bergab und das macht nicht wirklich Spaß.

Da wir unsere Harleys bis zum Schluss auskosten wollen, fahren wir am Sonntag ein letztes Mal über die Golden Gate, um noch ein paar schöne Fotos von der Skyline zu schießen.

Danach wollen wir zu EagleRider, um unsere Motorräder abzugeben. Der Abschied wird uns bestimmt nicht leicht fallen.

Auf der Rückfahrt über die Brücke meldet mein Freund Kurt über Funk einen lauten Knall. Kann aber nichts weiter am Moped feststellen und so fahren wir noch bis an das Ende und nehmen die nächste Ausfahrt. Weit sind wir nicht gekommen, denn Kurts Hinterreifen ist platt.

Da sind wir nun fast 5.000 Kilometer ohne Probleme mit den Maschinen gekommen und dann ein Plattfuß 5 Kilometer vor der Abgabestation – das muss uns erstmal einer nachmachen.

Kurzerhand wird Kurt mein Sozius und ich lenke die Harley durch die Straßen von San Francisco. Bei diesen Steigungen keine leichte Übung. Aber wir haben es geschafft und der nette Mitarbeiter von EagleRider staunte nicht schlecht, als wir ihm erzählten, wo er die andere Harley abholen kann.
(Tipp: unbedingt zur Reifenversicherung auch die Abschleppkosten abdecken lassen. Sie können im Fall einer Reifenpanne teurer als der Reifen werden).

In San Francisco war ich schon mehrmals und ich kann euch nicht genau beschreiben, was mich an dieser Stadt so fasziniert, aber ich werde von ihr nie genug bekommen. See you later again!
Am Montag ging es dann mit dem Flieger zurück nach Deutschland. Das ganze hatte viele Hindernisse und dauerte fast zwei Tage. Warum und weshalb würde diesen Reisebericht sprengen und hat Stoff für einen Nächsten.
Fazit: Wer den ultimativen Roadtrip auf ’ner Harley erleben will, sollte auf jeden Fall den Westen der USA bereisen. Mehr geht nicht – für meinen Freund Kurt war schon nach ein paar Tagen die Speicherkapazität seiner „Festplatte“ am Limit. Er meinte, für diese vielen grandiosen Eindrücke reicht ein Gehirn nicht aus.

Uwe Schulze, Mai 2018

Bilder:
© Uwe Schulze

CTA USA Route 66