Motorradtour im Osten Kanadas

Traumhaftes Ostkanada

Der Osten Kanadas ist ein landschaftliches Highlight.

Entlang der Atlantikküste reihen sich traumhafte Landstriche aneinander. Auf einer zwei- bis dreiwöchigen Motorradtour lassen sich diese ausgiebig entdecken und genießen. Wir stellen eine Ostkanada-Motorradroute – beginnend in der nahegelegenen US-Metropole Boston – vor, die viele landschaftliche Highlights umfasst.

Von Boston nach St. Andrews

700 Kilometer

Schon zu Beginn der Reise wartet mit Boston eine der vielleicht schönsten Städte der gesamten USA. Es gibt in der Hafenstadt einiges zu entdecken, sodass es sich lohnt, ein oder zwei Tage vor Beginn der Motorradtour für Sightseeing einzuplanen. Gerade das Gebiet rund um den Hafen ist einen Besuch wert.

Wenn dann die Übernahme des Motorrads erfolgt ist, geht es direkt gen Norden – immer an der Atlantikküste am malerischen Ocean Blvd entlang. Nach knapp zwei Stunden wird der erste Zwischenstopp erreicht. Der kleine Ort Kennebunkport ist mit seinem Hafen schon ein Postkartenmotiv für sich. Nur wenige Kilometer entfernt liegt an der Küste der Blowing Cave Park. Dort trifft das peitschende Wasser auf besonders spektakuläre Weise auf die Klippen – ein überragendes Naturschauspiel. Ein besonders empfehlenswertes Restaurant im Ort ist das Ramp Bar & Grill – die kultige Einrichtung sorgt in Kombination mit dem hervorragenden Essen dafür, dass ein einzigartiges Mittagessen praktisch garantiert ist.

Von dort aus geht es noch eine weitere Stunde gen Norden – bis nach Cape Elizabeth. Dieser Küstenort besticht besonders durch seine ebenen Felsstrände – ein langer Spaziergang ist in der traumhaften Umgebung ratsam. Je nach persönlicher Planung kann bereits in Cape Elizabeth oder Umgebung die erste Übernachtung einkalkuliert werden. Weiter geht es dann frisch gestärkt – oder am nächsten Tag in Richtung Acadia-Nationalpark. Dafür ist eine rund vier Stunden lange Fahrt nötig. Diese führt durch kleinere Orte und wiederum vorbei an fantastischen Küstenabschnitten. Das letzte Stück der Strecke befindet sich auf der Mount Desert Island – welche die Heimat des Acadia-Nationalparks ist.

Der Nationalpark – übrigens der einzige in ganz Neuengland – ist besonders für seine bergige und felsige Landschaft bekannt.

Er gehört ohne Frage zu den Sehenswürdigkeiten der Region und lockt zahlreiche Besucher aus dem ganzen Land an.

Eine perfekte und nahegelegene Unterkunft ist das Acadia Inn in Bar Harbor. Das Städtchen mit knapp fünftausend Einwohnern ist im Sommer ein beliebtes Reiseziel für die Gutverdiener der Ostküste – das Acadia Inn ist dennoch im Regelfall zu verhältnismäßig erschwinglichen Preisen buchbar und bietet alles, was es während einer Motorradtour an Annehmlichkeiten bedarf. Nach einem oder zwei Tagen mit Wanderungen und der Erkundung des Acadia-Nationalparks steht dann wieder eine Etappe mit dem Motorrad an.

Zurück von der Mount Desert Island geht es in nordöstliche Richtung. Dabei wird die kanadische Grenze passiert – neben einer gültigen ESTA-Reisegenehmigung für die USA wird für den Grenzübertritt auch eine im Voraus beantragte ETA-Genehmigung für Kanada benötigt. Nur rund dreißig Kilometer hinter der Grenze – inzwischen auf dem Terrain von New Brunswick – bietet sich ein kleiner Halt im Ort St. Andrews an. Rund um die Water Street tummeln sich einige kleine direkt am Wasser gelegene Restaurants – der perfekte Ort für eine entspannte Mittagspause.

Bilder:
© Leuchtturm: DonLand / shutterstock

Von St. Andrews nach Halifax

950 Kilometer

Nach einer Pause und der Erkundung von St. Andrews geht es noch weiter nördlich in Richtung Nova Scotia. Rund drei Stunden Fahrt über die traumhafte New Brunswick Route 1 dauert es, bis das nächste Etappenziel erreicht wird. Dieses heißt Moncton und ist Heimat mehrerer besuchenswerter Sehenswürdigkeiten. Nur rund zehn Kilometer vom Ortskern entfernt findet sich zum Beispiel der Parlee Beach Provincial Park. Der Sandstrand dort gehört zu den schönsten der Region und kann an heißen Sommertagen für eine optimale Erfrischung genutzt werden. Für eine Übernachtung im Ort bietet sich beispielsweise das motorradfahrerfreundliche Hampton Inn Moncton an.

Der nächste Teilabschnitt der Strecke hält am folgenden Tag eine knapp sechsstündige Tour bereit. Über vorrangig flache und saftig-grüne Landschaften geht es über den kleinen Ort Truro und Port Hastings fast bis an den nördlichsten Punkt Nova Scotias.

Pleasant Bay heißt die Kleinstadt, die am Ende des Tages erreicht wird. Auf dem Weg dorthin wird bereits der Cape-Breton-Highlands-Nationalpark durchquert – ein zunächst an der Strecke mit Tannen dicht bewaldetes Fleckchen Erde. Nimmt man sich für den Nationalpark aber ein oder zwei Tage Zeit, offenbaren sich traumhafte Landschaften. Sowohl Berge, die erklommen werden können und einzigartige Ausblicke garantieren, als auch Küstenstreifen, die zu ausgedehnten Erkundungsspaziergängen einladen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, einige Zeit in Nova Scotias Hochland zu verbringen.

Von Pleasant Bay aus führt die Motorradtour dann wieder in Richtung Süden. Nach einer Umrundung des Cape-Breton-Highland-Nationalparks geht es entlang der Ostküste von Cape Breton Island durch kleine Ortschaften über den Trans Canada Highway. In Antigonish oder New Glasgow kann eine Pause eingelegt werden – bis dahin sind Restaurants, sowie größere Ortschaften generell, eher spärlich gesät.

Weiter geht es über einen bereits bekannten Streckenabschnitt bis nach Truro – von dort aus führt die Reise schnurstracks gen Süden. Über den Veteran’s Memorial Highway geht es in immer dichter besiedelte Gebiete, bis schließlich eine Metropole naht: Halifax. Die Stadt ist mit ihren rund vierhunderttausend Einwohnern kulturelles Zentrum der Region. Entsprechend viel gibt es dort zu entdecken, unter anderem eine sternförmige Zitadelle auf einer Anhöhe im Stadtzentrum, die Halifax Citadel National Historic Site. Auch der historische Uhrturm im Stadtzentrum, Old Town Clock, ist ein absolutes Must-See. Generell empfiehlt es sich, in Halifax ein bis zwei Übernachtungen einzulegen, um Stadt und Menschen kennenzulernen und das Leben in Nova Scotia zu genießen. Das B&B Waverly Inn bietet genügend Raum zur Entspannung.

Von Halifax nach Quebec

1.000 Kilometer

Wenn es dann wieder auf das Motorrad geht, führt der Weg zunächst über schon befahrenes Terrain. Auf dem Weg über Truro wird nach rund zwei Stunden Fahrzeit Amherst erreicht, der letzte Ort auf Nova Scotia’s Boden. Nach einem Lunch führt die Strecke weiter auf einer hügeligen Straße, die den einen oder anderen schönen Ausblick beschert, in Richtung Fredericton. Besonders im Herbst ist diese Strecke ein Highlight, wenn sich die Bäume an den Straßenrändern golden und rötlich verfärben.

Von Amherst aus dauert es noch knapp zwei Stunden, bis Fredericton erreicht wird. Die Hauptstadt New Brunswicks zählt mit rund sechzigtausend Einwohnern zu den größten Städten der Region und hat einiges zu bieten. Beispielsweise Kings Landing – eine historische, direkt am Wasser gelegene Siedlung mit Gebäuden aus dem neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert.

Um diese zu erkunden, sollten einige Stunden Zeit mitgebracht werden. Abends locken viele Pubs, Brauereien, Bars und Restaurants in die Altstadt von Fredericton. Die perfekte Unterkunft stellt zum Beispiel das Crowne Plaza Fredericton Lord Beaverbrook dar. Das Hotel ist in der Queen Street gelegen und lässt keine Wünsche offen – Blick aufs Wasser inklusive.

Am nächsten Tag führt die Route ein ganzes Stück an der Grenze zwischen New Brunswick und Maine entlang. Nach rund vier Stunden auf der Maschine wird dann Riviére-du-Loup erreicht. Knapp zwanzigtausend Einwohner bevölkern die Stadt, die direkt am Sankt-Lorenz-Strom gelegen ist. Der kleine Hafen und die Küste laden auch hier wieder zu ausgiebigen Spaziergängen ein.

Wer die Stadt länger erkunden möchte, sollte auf jeden Fall auch den Wasserfall besuchen, der sich im Park des Chutes befindet.

Das Naturschauspiel ist zu jeder Jahreszeit einen kleinen Abstecher wert. Ansonsten empfiehlt es sich, in Riviére-du-Loup eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, um danach frisch gestärkt die zweite Etappe des Tages antreten zu können.

Diese beschert wiederum einen Besuch in einer Metropole. Québec City ist mit einer halben Million Einwohnern Hauptstadt der nach ihr benannten Provinz. Diverse Museen, Kulturveranstaltungen, Konzerte oder Sportevents sorgen das gesamte Jahr dafür, dass immer etwas los ist. Besonders für Theaterkunst gilt Québec City als Hochburg – mehrere Theater in der Innenstadt bieten ein abwechslungsreiches Programm. Diverse Shops, Boutiquen und kleine Läden laden zu Shoppingtouren ein, bevor sich das Leben abends in die zahlreichen Restaurants und Bars der Stadt verlagert. Eine oder zwei Übernachtungen sind nötig, um die Stadt ausgiebig erkunden zu können. Besonders geeignet für Motorradfahrer ist das Hotel Le Grande Allee, das an einer schönen Parkanlage unweit des Sankt-Lorenz-Stroms gelegen ist.

Bilder:
© Schloss Frontenac: mervas / shutterstock

Von Quebec nach Boston

900 Kilometer

Auch das nächste Teilstück der Ostkanada-Motorradreise endet nach einer rund dreistündigen Fahrt in einer Großstadt. Und zwar in der zweitgrößten des Landes. Montreal steht Québec City in Nichts nach, schließlich ist es auch etwa um das sechsfache größer. Shopping, Restaurants, Museen, Festivals, Straßenfeste – in Montreal gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Nicht zuletzt die Sportbegeisterung in der Stadt ist einzigartig. Wenn es zeitlich passt, gehört der Besuch eines Eishockeyspiels in der Stadt zum Pflichtprogramm. Auch Canadian Football, Baseball oder Fußball sind populäre Sportarten in der Stadt. Auf dem Circuit Gilles-Villeneuve können zudem Formel 1- oder NASCAR-Rennen verfolgt werden. Architektonisch sticht die Altstadt mit ihrer Basilika Notre-Dame de Montreal heraus – von außen wie auch besonders von innen. Auch das nicht weit entfernte Habitat 67 ist einen Besuch wert – ein spektakulärer Wohnhauskomplex aus den 1960er-Jahren. Die würfelartigen Häuschen dürften einmalig in der weltweiten Architektur sein und bieten fast siebenhundert Bewohnern Platz.

Auch für Montreal sollten dementsprechend eine oder zwei Übernachtungen in der Reiseplanung bedacht werden, um die Stadt in Ruhe entdecken zu können.

Das Le Roberval Hotel ist dafür die richtige Adresse – es bietet modern eingerichtete Zimmer und viel Platz.

Nach dem Besuch von Montreal neigt sich die Tour langsam ihrem Ende entgegen. Zurück auf dem Motorrad und zwei Fahrstunden später geht es zunächst wieder über die Grenze zurück in die USA, genauer gesagt nach Vermont. Weitere eineinhalb Stunden später wird der White Mountain National Forest rund um den majestätischen Mount Washington erreicht. Auch hier bietet sich – wieder einmal – aufgrund der atemberaubenden Landschaft die eine oder andere Wanderung an. Bei gutem Wetter lohnt es sich, eine Motorradtour durch das Gebiet zu unternehmen – oder für Zahnradbahnfreunde, eine rund dreistündige Tour mit der Cog Railway am Mount Washington zu absolvieren. Ein mit Sicherheit unvergleichliches Erlebnis, das schöne Aussichten garantiert. Für die nächtliche Erholung sorgt das Christmas Farm Inn & Spa.

Die letzte Etappe der Ostkanada-Rundreise mit dem Motorrad führt zurück an den Ausgangsort der Tour – Boston. Auf der Strecke dorthin geht es vorbei an einigen Highlights, wie beispielsweise den am Lake Winnipesaukee gelegenen Weirs Beach. Ohne Pausen nimmt die Strecke nach Boston knapp dreieinhalb Stunden in Anspruch, der eine oder andere Stopp am Straßenrand von New Hampshire oder Massachusetts lohnt sich aber durchaus. Wenn dann wieder Boston erreicht wird, endet sie – eine landschaftlich äußerst reizvolle Motorradtour durch Ostkanada. Je nach vorhandener Zeit und abrufbarem Budget lohnen sich auch zum Ende der Reise noch einige Tage in der Großstadt am Atlantik. Schließlich muss nicht nur das Motorrad wieder abgegeben werden – es wollen auch zahlreiche Eindrücke Revue passiert und verarbeitet werden. Schließlich erlebt man solch eine Rundreise nicht jeden Tag.

Machen Sie sich selbst auf den Weg und genießen Sie eindrucksvolle Landschaften, endlose Straßen, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und die freundliche und offene Mentalität an der Ostküste der USA und Kanadas.

Bilder:
© Montréal Herbst: Richard Cavalleri / shutterstock
© Montréal Straße: ProDesign studio / shutterstock
© Boston Financial District: f11photo / shutterstock

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